Besuchsdienst Hochdorf
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Geburtstagsbesuche sind gern gesehen... und gerne abgestattet
Auch in unserer evangelischen Gemeinde Hochdorf ist es guter Brauch, Gemeindeglieder, die einen gewissen „hohen“ Geburtstag feiern - das Eintrittsalter liegt zur Zeit bei 70 Jahren -, zu besuchen, und ihnen die Glück- und Segenswünsche der Gemeinde zu überbringen. Diese Besuche übernimmt bei uns eine Gruppe von vier Gemeindegliedern, die sich „Besuchsdienst-Kreis“ nennt.
Etwas Besonderes ist es dann noch einmal, wenn man die Frauen und Männer mit „runden“ Geburtstagen und dieGeburtstagskinder ab 100 besucht. Ob „rund“ oder „nicht rund“: die Erlebnisse und Erfahrungen der Mitglieder des Besuchsdienstkreises sind bei allen Besuchen im Prinzip ähnlich, so dass von einer gewissen Allgemeingültigkeit der
hier berichteten Beobachtungen ausgegangen werden kann. So ist es jedes Mal spannend, wenn man mit seinem kleinen Segensbüchlein und einem Schreiben des Pfarrers in der Hand an der Tür steht und klingelt, zu sehen, ob die Jubilarin oder der Jubilar überhaupt daheim ist. Wird dann tatsächlich die Tür geöff net, ist man neugierig, ob man das Geburtstags-„Kind“ vom Sehen, aus Begegnungen im Ort, aus der Gemeinde oder von einem früheren Besuch her vielleicht schon kennt, was dann gleich einen guten Anknüpfungspunkt für ein Gespräch bietet.
Natürlich haben nicht alle Jubilare die Zeit, den Besucher aus der Gemeinde herein zu bitten, etwa, weil man gerade im Aufbruch zum Restaurant begriffen ist oder die Wohnung voller Gäste hat. Dann muss es bei einer kurzen Gratulation an der Tür, bei Segenswünschen für die Zukunft und einem „Auf Wieder-sehen“ (vielleicht?) in der Gemeinde verbleiben.
Manche Besuchte sind zunächst etwas enttäuscht, dass nicht der Pfarrer persönlich die Glückwünsche überbringt. Sobald aber die ersten Worte gewechselt sind, dominiert die Freude, dass die Gemeinde an den Geburtstag gedacht hat und jemand von der Gemeinde vorbeikommt. Meist äußern sich die Besuchten ganz zufrieden darüber, was die Gemeinde so tut und veranstaltet.
Bei betagteren Jubilaren gibt es oft das Bedauern, dass sie gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, am Gemeindeleben so teil zu nehmen, wie sie das gerne selber hätten. Häufig ist es den Besuchten ein ech tes Anliegen, über ihre Beziehung zur Kirche und zu ihrem Glauben zu sprechen. Die meisten Menschen reden auch gern davon, wie es in ihrem Leben so gewesen ist, bevor sie als Evangelische nach Hochdorf kamen. Kriegs- und Nachkriegszeit, Flucht und Vertreibung sowie die berufliche Vergangenheit, dies sind häufig die Themen.
Im Nu ist dann eine Stunde vergangen und mit einem Blick auf die Uhr muss man sich zuweilen dann leider viel zu früh wieder verabschieden. Auf dem Weg zum nächsten Termin oder nach Hause fragt man sich unwillkürlich und hochgestimmt, wer eigentlich jetzt mehr von dem Besuch hatte: der Besucher oder die besuchte Person? Und dankbar, gespannt und voller Vorfreude schaut man auf den Kalender, wann wohl der nächste Geburtstagsbesuch
ansteht, bei dem sich die Möglichkeit zu einer neuerlich anregenden und interessanten Begegnung eröffnet.

